Es geht weiter mit den Provokationen: BB-Rundspruch.de wurde von Peter Emberger DO1NIC an den DARC verkauft

Liebe Rundspruch Hörer/innen,

seit gestern verweist unsere alte Rundspruchseite bb-rundspruch.de auf die Distriktsseite des DARC Berlin. Da die Webadresse bb-rundspruch.de von Peter Emberger zum Verkauf stand, so hat der DARC diese wohl gekauft, so kann sich jeder seinen Teil dazu denken.

Also denkt bitte daran das sämtliche Beiträge auschließlich an qtc@bb-rundspruch.com gesandt werden, da ich mir m.E. durchaus vorstellen kann, dass der Distrikt genau diese E-Mail Adressen einrichten wird um auch an Nachrichten zu kommen die eigentlich für das BB Amateurfunkmagazin bestimmt sind. Wundern würde es mich nicht !!

Hierbei wird ersichtlich, dass der Distrikt im Namen des DARC weiter auf Provokation und Konfrontation setzt und nicht auf eine friedliche Lösung. Das Rundspruchteam war und ist immer an einer friedlichen Lösung interessiert, der DARC anscheinend nicht !!

73 Sebastian DL1ESK

Quelle: http://bb-rundspruch.com

Veröffentlicht unter DARC | 3 Kommentare

BB-Rundspruch erhält, wie nicht anders zu erwarten war auch ein Relaisverbot auf DB0BAR

Faktisch bedeutet das ein Relaisverbot des BB-Amateurfunkmagazins für den Grossteil aller FM-Relais welche unter dem Einfluss der DARC-Distrikte Berlin und Brandenburg unterliegen. Auch der Relaisbetreiber von DB0BLO sprach ein Relaisverbot mit derselben Begründung aus. Das als Kurzinfo vom Team des BB-Amateurfunkmagazins. Bis zur Möglichkeit der Relaisnutzung laufen die Sendungen ua auf 145,525Mhz Simplex mit relativ guter Reichweite zu den bekannten Zeiten.

Gruss Manuel DL5AFN vom Team des BB-Amateufunkmagazins

—– Forwarded message —–
Von: „“Wolfgang Löffler““
An: ,
Cc: „info@bnetza.de“ dl9sau@darc.de
Betreff: DB0BAR
Datum: Di., Jun. 24, 2014 23:01

Guten Tag,
Manuel v. Aster, DL5AFN,
Christian Seibolt, DL7APN,
Fritz Bardischefski, DD6FBX.

Hiermit teile ich Ihnen mit, dass ab sofort die Aussendung Ihres
rundspruchähnlichen „BB-Amateurfunkmagazins“ über das Relais DB0BAR
nicht mehr von mir als Betreiber geduldet wird!

Über die Nutzung des Relais für diese Übertragung gab es und gibt es
zu keiner
Zeit eine entsprechende Vereinbarung mit mir als Betreiber von DB0BAR.
Ich bitte daher, die Relaisfrequenz für reguläre Nutzung freizuhalten,
z.B. auch für die Übertragung des regulären BB-Rundspruches.

Außerdem weise ich darauf hin, dass auch die Ausgabefrequenz Bestandteil
der Lizenz ist und damit die Nutzung von Ihnen nicht bandplankonform
ist.
Die Benutzung derselben untersage ich Ihnen noch einmal ausdrücklich.

Begründungen sind Ihnen für diese Maßnahme bereits mehrfach zugestellt
worden.

Wolfgang Löffler, DL2bWL, Betreiber von DB0BAR

Wie man auch hier sieht, wurde die Mail via CC mit an den DV Berlin gesandt, und zeitgleich angekündigt den DARC Rundspruch dort zB. senden zu wollen, ein Schelm wer böses dabei denkt.
Eins kann ich dazu nur sagen der Distrikt Berlin, Brandenbrug sowie der DARC tun sich keinen Gefallen mit diesen Methoden !!

73 Sebastian DL1ESK

Veröffentlicht unter DARC | 2 Kommentare

BB-Rundspruch erhält Relaisverbot auf DB0BRL

Nachdem dem BB-Rundspruch in den vergangenen Tagen die Webseite und der Videostream unangekündigt abgeschaltet wurde, so bekam die Rundspruchredaktion heute ein Schreiben vom Relaisbetreiber DB0BRL ( DH7VK ) indem folgendes steht:

Guten Tag,

Manuel v. Aster, DL5AFN,
Christian Seibolt, DL7APN,
Fritz Bardischefski, DD6FBX.

Hiermit teile ich Ihnen mit, dass ab sofort die Aussendung des rundspruchähnlichen
„BB-Amateurfunkmagazins“ über das Relais DB0BRL nicht mehr von mir geduldet wird.
Über die Nutzung des Relais für
diese Übertragung gibt und gab es zu keiner Zeit eine
entsprechende Vereinbarung mit mir als Betreiber.
Ich bitte daher, die Relaisfrequenz für anderweitige Nutzung freizuhalten.
Ausserdem weise ich darauf hin, dass auch die Nutzung der Ausgabefrequenz dafür
nicht bandplankonform ist und den Amateurfunkverkehr stört.

Grund für diese Maßnahme ist, dass diese Aussendung weder inhaltlich noch von der
Art der Durchführung her dem Gedanken des Amateurfunks dienlich ist und in keiner
Weise der Aufgabe eines Rundspruches gerecht wird. Die dadurch auch provozierten
Störungen machen oft einen bestimmungsgemäßen Funkbetrieb auf dem Relais
über längere Zeit unmöglich. Die Beschränkung ist daher auch im Sinne vieler
anderer
Funkamateure.
In Zukunft
wird an dieser Stelle der Rundspruch der Distrikte Berlin/Brandenburg
übertragen werden. Es kann daher vorrübergehend zu technisch bedingten Abschaltungen
wegen des Umbaus kommen, sri.

In diesem Sinne
Detlef Klopsch, DH7VK, Betreiber DB0BRL

Kopie dieser Mail geht u.a. auch an die BNetzA
*****************************************************************************

Mit freundlichen Grüssen
Detlef, DH7VK

Da diese Mail per CC auch an den DV und Stellvertretenden DV in Berlin ging, ist m.E. anzunehmen das auch hier der DARC mit seinem DV in Berlin dahinter steckt und alle Anstrengungen unternommen werden, jegliche Rundspruchsendung des BB Rundspruches zu unterdrücken, dies in einer Demokratie !!
Das dann zeitgleich die Ankündigung kommt, dass in Zukunft der DARC Berlin Brandenburg Rundspruch über dieses Relais abgestrahlt wird, bestätigt diesen Gedankengang umso mehr !!
Der Rundspruch wurde übrigens seit ca 15 Jahren über das o.g. Relais abgestrahlt.

73 Sebastian DL1ESK

Veröffentlicht unter DARC | 23 Kommentare

DARC Beitragserhöhung Info von J.Hegert auf der Distriktversammlung K

Neues zur Beitragserhöhung:
Zitat des GF des DARC e.V. OM J.Hegert auf der Distriktversammlung K: „Es Könnten ruhig mehrere tausend Mitglieder austreten ohne das es dem DARC wehtut.“ (Quelle OV Wonnegau K57 Twitter )

73 Sebastian DL1ESK

Veröffentlicht unter DARC | 6 Kommentare

Gründlich missglückter Aprilscherz oder Witze auf Kosten von Arbeitssuchenden?

Gründlich missglückter Aprilscherz oder Witze auf Kosten von Arbeitssuchenden?

Diese Frage stellt sich zumindest mir bei der Originalmeldung des aktuellen DARC-Distriktsrundspruch-Ausgabe Berlin. Ungefähr in der Mitte des Textes heisst es im wörtlichen Original

ZITATANFANG:

Die Personalfrage zur Einstellung von Mitarbeitern am neuen Standort des DARC e.V. in Berlin, wurde bei Gesprächen, bereits in den Vormonaten mit dem Senat von Berlin und verschiedenen Dienststellen der Agentur für Arbeit (Jobcenter) für alle zufriedenstellend gelöst. Als Personal für die Geschäftsstelle, für die Buchhaltung und für den DARC-Verlag werden zu einem großen Teil Praktikanten und für die anderen Betätigungsfelder, auch für die Bearbeitung der QSL-Karten an der neuen QSL-Sortieranlage, sollen die Arbeiten im 24-Stunden-Betrieb und in drei Schichten, von sogenannten “Ein-Euro-Jobbern“, der Agentur für Arbeit durchgeführt werden, um besonders Jugendlichen eine Perspektive für die Zukunft anzubieten.

Die Arbeitskräfte werden zu 100 % von den Arbeitsagenturen bezahlt und der DARC wird wegen der von den Arbeitsagenturen durchgeführten Umschulungsmaßnahmen für Arbeitssuchende in Berlin noch zusätzliche Gelder in beträchtlicher Höhe erhalten, die es dem DARC e.V. ermöglichen werden einen hier fast “Nullpersonalkosten-Betrieb“ in Berlin zu betreiben.

ZITATENDE

Der vollständige Originalbeitrag liegt hier vor und kann u.a. auch auf

http://www.darc.de/distrikte/d/rundspruch/

http://www.dl0bn.de/archiv/2014/d1314.htm

nachgelesen werden.

Selbst wenn die Meldung inhaltlich stimmt, habe zumindest ich keinerlei Verständnis, dass vom DARC offenkundig Mitarbeiter im Endeffekt ohne jegliche Bezahlung arbeiten sollen. Ein Wunder, dass der DARC (wenn die Meldung zutrifft) ÜBERHAUPT einen Lohn zahlt. Ein Schuft der in diesem Zusammenhang an den „Arbeitssklavenverband DARC“ denkt….Die soziale Einstellung und Respekt vor Menschen bzw. Mitarbeitern sieht anders aus!

Sorry für meine evtl. humorlose Einstellung: Ich selbst kann über derartige „Aprilscherze“ auf Kosten von Arbeitssuchenden bzw. Mitarbeitern mit Anspruch auf anständige Entlohnung NICHT LACHEN!!! Beim DARC-Distrikt Berlin gibt es wohl ganz eigenartige Ansichten für Humor.

Schöne neue Woche, Manuel DL5AFN

Veröffentlicht unter Amateurfunk-Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

DARC torpediert Abstimmung zum IARU Antrag, Mathias Klug DH4FAJ berichtet im Franken Rundspruch

Mathias Klug VUS Referent des Distriktes Franken versucht im Namen des DARC das Voting des VFDB e.V. mit folgender Meldung zu torpedieren und OM`s davon abzubringen demokratisch abzustimmen:

Mail vom VFDB?
————–
Zur Zeit wird unter dem “Deckmantel” des VUS-Referates des VFDB eine Abfrage
an Relaisbetreiber zum Thema CTCSS-Technologie durchgeführt. In der Mail wird
weder ein Name noch ein Rufzeichen eines Verfassers genannt.

Ich bitte Euch auf diese Mail nicht zu antworten, da zur Zeit nicht klar ist,
von wem diese Mail tatsächlich stammt und was damit bezweckt werden soll.

Unter der Mailadresse VUS@VFDB.org kann sich jeder beliebig verstecken.
Weitere Informationen folgen.
Info: Mathias Klug, DH4FAJ (OVV B24)
VUS-Referent im Distrikt Franken

Quelle: Frankenrundspruch

Das dies eine gezielte Aktion ist um die bereits laufende Abstimmung zu torpedierden, sollte dem Leser klar sein, denn so hätte OM Mathias Klug lediglich den VFDB e.V Vorstand kontaktieren müssen um die Bestätigung zu bekommen, dass dies eine Umfrage des VUS Referates des VFDB e.V. ist, aber nein es werden gezielt Falschmeldungen verbreitet, wie man in Russland so schön sagt “Propaganda” betrieben.
Hiermit wird klar, dass der DARC und einige seiner Referenten, diesen Antrag mit aller Macht verhindern wollen, entgegen dem Mitgliederwillen bzw. der Relaisbetreiber !!!
Ich persönlich finde es schade, dass seitens des DARC`s und seiner Referenten polemisiert oder bei einigen Rundsprüchen gar zensiert wird, anstatt gemeinsam eine Lösung aus der Misere zu finden.
Auch so bemerkt man das der DARC weit entfernt von einer Demokratie ist.

73 Sebastian DL1ESK

Veröffentlicht unter CTCSS | Hinterlasse einen Kommentar

Umfrage des VUS Referats des VFDB e.V.

Liebe OM`s YL`s und XYL`s

wie bereits einige bemerkt haben führt das VUS Referat des VFDB e.V. eine Umfrage unter den Relaisbetreibern bezüglich des IARU Antrages von DL1ESK durch,
da sicherlich nicht von allen Relais Betreibern aktuelle E-Mail Adressen verfügbar sind,
werden diejenigen Relais Betreiber, die noch keine Mail zu dieser Abstimmung bekommen haben,
gebeten eine Mail an vus@vfdb.org zu senden mit Rufzeichen des Relais und natürlich des Betreibers,
so dass diese auch die Möglichkeit zur Abstimmung des IARU Antrages haben.
Den Relaisbetreibern wird dann zeitnah die Mail zur Abstimmung zugesandt.
Der Antrag kann auch auf www.db0gwg.de eingesehen werden.
Hiermit möchten wir sicher stellen, das so viele Relaisbetreiber wie möglich über diesen Antrag entscheiden können.
Als kleine Zwischeninfo: Bereits jetzt haben über 95% der Relaisbetreiber für diesen Antrag gestimmt.

73 de Sebastian DL1ESK

Veröffentlicht unter CTCSS | Hinterlasse einen Kommentar

IARU Antrag 2014 von DL1ESK

Hier kann der Antrag von DL1ESK zur diesjährigen IARU Konferenz heruntergeladen werden.Antrag-IARU-2014-Final

Veröffentlicht unter IARU | 1 Kommentar

Reizthema „Bleibt das Amateurfunkgesetz ???

Für aufgeregte Diskussionen hat eine Meldung in der Zeitschrift „Funk-Telegramm“ (2/2014) zu einer möglichen Abschaffung des Amateurfunkgesetzes (AFuG) gesorgt.

Der Meldung zufolge soll es im seinerzeit FDP-geführten Wirtschaftsministerium Überlegungen gegeben haben, das Amateurfunkgesetz und die darauf basierende Amateurfunkverordnung aus Kostengründen „abzuschaffen“ und durch eine „Allgemeinzuteilung für den Amateurfunk“ zu ersetzen.

OM Horst DM2FDO, Redakteur und Inhaber der Webseite www.QSLonline.de, hat daraufhin in Eigeninitiative das nun für den Amateurfunk zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ sprich BMVI in Januar 2014 per email kontaktiert.

Am 06.02.2014 bekam OM Horst eine Rückantwort von dem uns „bekannten Ansprechpartner“ für Amateurfunk aus dem BMWi und nicht wie zu erwarten vom BMVI.

Dieser konnte die Befürchtungen einer möglichen Abschaffung des AfuG weitgehend entkräften, räumte allerdings ein, das auf Hinweis des Bundesrechnungshofs die Bundesregierung eine vollständige Kostendeckung im Bereich der Amateurfunkverwaltung prüfen solle.

Am 16.02.2014 fand die turnusmäßige RTA-Sitzung statt, indem dieses Thema durch den Vorsitzenden des RTA kommentiert wurde.

Es wurde festgestellt, das die dem RTA bekannten Ansprechpartner des BMWi offenbar noch nicht dem BMVI angeschlossen sind. Das Thema einer möglichen Abschaffung des AfuG war wenige Wochen in Jahr 2011 in Diskussion und wurden durch den RTA erfolgreich abgewendet.

Neuen Zündstoff zur Thematik kam nun durch einer weiteren Antwort am 17.02.2014, allerdings nun vom MdB Herbert Behrens „Mitglied in Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur“

„Sehr geehrter Herr Koschorreck,

vielen Dank für ihr Schreiben. Leider kann ich keine Entwarnung geben. Wie ich mit

einer parlamentarischen Frage in Erfahrung gebracht habe, ist das drohende „Aus“

für den Amateurfunk nicht vom Tisch.

Ich selbst sehe keinerlei Notwendigkeit für die Abschaffung des Amateurfunkgesetzes

und der entsprechenden Amateurfunkverordnung. Der Amateurfunk schadet und behindert

niemanden. Es gibt ihn seit über 100 Jahren. Im „Weltfunkvertrag“ von 1912 werden private

Funkstationen erstmals explizit genannt. Die gesetzliche Grundlage für den Amateurfunk in der Bundesrepublik Deutschland trat sogar noch vor dem Grundgesetz in Kraft. Und das – wie Sie sicher wissen -, weil engagierte Amateurfunker dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrates Backsteine als Symbol für die Untermauerung des Amateurfunkgesetzes“ per Post schickten. Diese Geschichte von Menschen, die mit friedlichem und kreativem Protest ein Recht erkämpften, hat mir immer gut gefallen.

Bis heute dient der Amateurfunk der Völkerverständigung, Bildung und Unterstützung in Not- und Katastrophenfällen. Einer Abschaffung würde ich nicht zustimmen.

Mit freundlichen Grüßen

Herbert Behrens

Mitglied des Deutschen Bundestages

Mitglied in Ausschuß für Verkehr und digitale Infrastruktur“

Quelle: www.qslonline.de

Der VFDB e.V. hat sich am 20.02.2014 per email an den Vorsitzenden des RTA gewandt mit der Bitte um eine zeitnahe RTA-Information zur Thematik.

Entgegen einiger Meinungen (und Langfrist-Planungen anderer Verbände) vertritt der RTA seine 17 Mitgliedsverbände und –Vereinigungen.

Direkte Gespräche mit Behörden-Vertretern und Ministerien erfolgen ausschließlich durch den RTA und nicht durch einen Einzel-Verband.

Wir sind am Thema dran…

Quelle: Vfdb.org

Veröffentlicht unter CTCSS | Hinterlasse einen Kommentar

Offener Brief an BMWi, BMVI und BNetzA: Lobbypolitik für untaugliche PLC-Technologie statt Sachverstand und technische Vernunft

Offener Brief an BMWi, BMVI und BNetzA:

Lobbypolitik für untaugliche PLC-Technologie
statt Sachverstand und technische Vernunft
Karl Fischer 10. Januar 2014
PLC – “Power Line Communication“ oder “das Internet aus der Steckdose“ – kann
Funkdienste stören und eine wertvolle natürliche Ressource unbrauchbar machen.
Trotzdem versucht die PLC-Lobby mit Unterstützung durch die Politik diese untaugliche
und unnötige Technologie gegen jede technische Vernunft und durch Umgehung
fundierter Normen durchzusetzen …
Das von PLC genutzte Stromnetz ist für breitbandige Datenübertragung weder vorgesehen
noch geeignet weil es 1) ungeschirmt und inhärent unsymmetrisch ist und sich deshalb wie
eine Antenne für elektromagnetische Energie verhält und außerdem 2) eine undefinierte und
variable Impedanz aufweist und Störsignale elektrischer Geräte führt. Daraus ergeben sich
Störungen bei Funkdiensten sowie bei der Datenübertragung selbst. Die Autoren M. Bauer, M.
Sigle und K. Dostert vom Karlsruher Institut für Informationstechnik (KIT) schreiben in ihrem
Artikel “Evaluation von PLC-Übertragungssystemen für Smart Metering“ (tm – Technische
Messen, 10/2010, S. 516 ff.):
“Da die Leitungslängen des Niederspannungsnetzes um ein Vielfaches größer
sind als die Wellenlängen des PLC-Signals, können die Stromleitungen in
diesem Frequenzbereich als Antenne wirken. Dies bedingt auf der einen Seite,
dass PLC-Signale unbeabsichtigt abgestrahlt werden können, und auf der
anderen Seite, dass anderweitige Signale von Funkdiensten unbeabsichtigt
in die Leitung eingekoppelt werden können […] Entlang der Leitungen kann
es zu Signalreflexionen kommen, wodurch die Übertragungssignale innerhalb
schmalbandiger Bereiche (“Notches“) extrem gedämpft werden können […]
Nachteilig sind die vergleichsweise geringen Reichweiten sowie hohe Kosten
für Modems. Insbesondere problematisch ist jedoch die mögliche Abstrahlung
der Übertragungssignale durch Stromleitungen […]“
Die notorische Unzuverlässigkeit von Breitband-PLC wird immer wieder von frustrierten Anwendern
bestätigt und inzwischen sogar von Anbietern dieser Technologie eingestanden, wie
folgender Auszug einer Internetseite von T-Online, dem Internet-Portal der Telekom, zum
Thema Powerline beweist:
“Das Tempo reicht theoretisch für Internet-TV und HD-Streams über das Netz
aus. Praktisch wird die Übertragung jedoch von weiteren Verbrauchern oder
anderen Störungen der Stromleitung beeinflusst. Deshalb kann es passieren,
dass die Geschwindigkeit dann zu gering ausfällt […] Bei Powerline drosseln
Länge der Stromleitungen und Qualität der Kabel das Tempo […] Auch
neuere Powerline-Adapter erreichen die Bandbreite von 500 Mbit/s nur auf
kurze Distanzen […] Für eine möglichst hohe Übertragungsrate sollten
Adapter außerdem an Einzelsteckdosen betrieben werden, nicht an Verteilern
oder sogar Mehrfachsteckdosenleisten. Auch getrennte Stromkreise in
nerhalb eines Haushaltes können zu Problemen führen […] Auch Geräte, die
im Stromnetz zwischen den jeweiligen Powerline-Adaptern hängen, stören den
Datentransfer. So kann der Kühlschrank schuld sein, wenn ein Internetvideo
plötzlich ruckelt […]“
Störgrenzwerte für Einrichtungen der Informationstechnik – und darunter fällt selbstverständlich
auch PLC – sind in der ursprünglich als CISPR 22 entwickelten Norm EN 55022 im Frequenzbereich
150 kHz bis 30 MHz festgelegt. Sie basiert mit ihren Testmethoden und Grenz-
– 1 –
werten auf einer strengen und gut dokumentierten Vorgehensweise und vielen Jahrzehnten
Erfahrung mit der Vermeidung von Funkstörungen in der realen Welt. Breitband-PLC ist jedoch
nicht in der Lage, diese Grenzwerte einzuhalten – denn genauso, wie bei einem maroden Wasserleitungsnetz
Wasser verloren geht und die Zufuhr viel höher sein muss als die vom Verbraucher
benötigte Menge, wurde der ins Stromnetz eingespeiste hochfrequente Signalpegel stetig
erhöht, um immer höhere Datenraten über das ungeeignete Stromnetz realisieren zu können
und damit im Vergleich zu vernünftigen und technologisch gesunden Netzwerktechnologien
halbwegs konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb hat die PLC-Industrie bisher durch Interpretationstricks
die Grenzwerte der EN 55022:1998 umgangen.
Kurz bevor die klargestellte Version EN 55022:2006 im Jahr 2009 in Kraft treten sollte (die
exakt dieselben Grenzwerte enthielt, aber durch ein normatives Flussdiagramm klarstellte,
dass sie auch für PLC-Geräte gilt und damit den Interpretationstricks einen Riegel vorschob)
hat die PLC-Lobby erfolgreich versucht, dies über 5 Mitglieder des Europäischen Parlaments
zu verhindern. So wurde auf Betreiben des damaligen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission
Günter Verheugen, der heute sein eigenes Lobby-Unternehmen betreibt, das Datum
für das Ende der Gültigkeit von EN 55022:1998 auf den 1. Oktober 2011 verschoben.
Im Jahr 2005 begann ein weiterer Versuch, die Störgrenzwerte aufzuweichen. Innerhalb der
CISPR wurde ein Projekt-Team gebildet unter dem Vorwand, eine Änderung von CISPR 22
erarbeiten zu wollen, welche spezielle Anforderungen für PLC-Betriebsmittel abdeckt. Der
wahre Zweck jedoch war die Lockerung der bisherigen PLC-Störgrenzwerte um 18 dB (= 63-
fache Leistung), welche durch die Einführung eines revidierten Messverfahrens verschleiert
werden sollte, das von einer fast perfekten Symmetrie des Stromnetzes ausging.
Die Vizepräsidentin der BNetzA Dr. Iris Henseler-Unger hatte in einem Schreiben [1] vom 30.
Juni 2008 den ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) über dieses
Normungsprojekt informiert und unmissverständlich auf die von ihm ausgehende Gefährdung
der Funkdienste vor allem im Kurzwellenbereich hingewiesen. In diesem Schreiben ist u.a. zu
lesen (Hervorhebungen durch den Autor):
“Bei Realisierung des Normungsprojekts in der geplanten Form lassen sich
im Vergleich zu anderen zum Anschluss an das Niederspannungsnetz vorgesehene
elektrischen und elektronischen Produkte folgende Aussagen treffen:
(1) Allen Arten von PLC-Produkten werden einseitig systematische Erleichterungen
in den EMV-Anforderungen in der Höhe von 18 dB gewährt.
(2) Weitere Erleichterungen in Größenordnung von 0 dB bis ca. 20 dB kommen
hinzu, wenn die Strommessung auf dem Netzkabel von PLC-Produkten
gleichberechtigt zur Spannungsmessung an der neuen T-ISN zugelassen
werden sollte.
Die Erleichterungen nach (1) und (2) gelten nicht für andere zum Anschluss
an das Niederspannungsnetz vorgesehene Produkte. Hier bleibt es bei den
Anforderungen, die in der Vergangenheit zum Schutz der Funkdienste in den
Normen festgeschrieben wurden. Allerdings ist es fraglich, ob Forderungen
anderer Industriebranchen abgewendet werden können, die Erleichterungen
nach (1) und (2) aus Gründen der Technologieneutralität undifferenziert
für alle Produktgruppen zu übernehmen.
Die Bundesnetzagentur möchte darauf hinweisen, dass das Betreiben von
künftig Normenkonformen PLC-Produkten in der Fläche dazu führen kann,
dass sich
o die Störfeldstärke an den Standorten der Antennen von Funkempfängern,
die in der Nähe von Niederspannungsnetzen betrieben werden, welche PLCSignale
oder künftig ggf. auch andere erhöhte Störsignale führen, um
– 2 –
– 3 –
mindestens 18 dB im Vergleich zu den bisher herrschenden Bedingungen
vergößert und gleichzeitig sich
o der Pegel der über den Niederspnnungs-Netzanschluss von Funkempfängern
einströmenden In-Band-Störgrößen ebenfalls um mindestens 18 dB erhöht.
Hier müsste die Industriebranche die In-Band-Störfestigkeit der Empfänger
am Netzanschluss Vergrößern, um eine Verschlechterung gegenüber
dem Status Quo zu vermeiden. […]
Die Bundesnetzagentur wird ausserdem die CEPT und die ITU-R über die
zukünftigen Nutzungsbedingungen für Funkdienste im Kurzwellenbereich und
[…] über die weitreichenden Konsequenzen bei Realisierung des anhängigen
Normungsprojekts informieren. Sie wird mit Nachdruck dafür eintreten, die
Notwendigkeit einer gemeinsamen Betrachtung von Funkanwendungen und Frequenznutzung
im Kabel in den jeweiligen Organisationen zu fördern.“
Dieses Normungsprojekt wurde am 26. Februar 2010 gestoppt, weil kein Konsens unter den
nationalen Komitees (NCs) der CISPR erzielt wurde. Kein Wunder also, dass die PLC-Lobby
daraufhin wieder versuchte, eine Lockerung der Grenzwerte zu erreichen – Diesmal über die
CENELEC mit dem Norm-Entwurf FprEN 50561-1 und zwar auf bis zu 43 dB (= 20.000-fache
Leistung) über den bestehenden Grenzwerten und sogar noch 25 dB (= 316-fache Leistung)
über den Grenzwerten, die sich durch die Realisierung des CISPR-Normungsprojekts ergeben
hätten, vor dem die Vizepräsidentin der BNetzA so eindrücklich gewarnt hat. Laut einer wohlbegründeten
Beurteilung [2] des renommierten EMV-Sachverständigen der CENELEC Anton
Kohling vom 20. April 2012 erfüllt dieser Norm-Entwurf nicht die Anforderungen der EMVDirektive
und bei seiner Umsetzung wäre ein “dramatischer Wandel der elektromagnetischen
Umwelt“ zu erwarten. Außerdem hat er folgende eindringliche Warnung ausgesprochen:
“If the draft will be voted positive and based on a political decision
ratified by CENELEC and listed in the OJ under the EMC-Directive similar
relaxed protection requirements will be requested for nearly all products
intended to be connected to the public low voltage power supply network
(level playing field).“
Doch das BT der CENELEC hat das Urteil seines eigenen Sachverständigen entgegen üblicher
Praxis ignoriert und den Norm-Entwurf unlängst ratifiziert. PLC ist keine Funkanwendung und
deshalb zu Recht unter der EMV-Direktive hinsichtlich Störemissionen gleichgestellt mit anderen
elektronischen Geräten. Wird die neue Norm EN 50561-1 im Amtsblatt der EU als harmonisierte
Norm gelistet, werden sich die Hersteller anderer elektronischer Geräte darauf berufen
und dieselben überhöhten Grenzwerte fordern. In einem zweiteiligen Artikel habe ich detailliert
die Geschichte, den Inhalt und die Risiken des Norm-Entwurfs CENELEC FprEN 50561-1
beschrieben und nachgewiesen, dass er unnötig und unzulässig ist. Dieser Artikel hat weite
Verbreitung und großes Interesse gefunden, auch unter EMV-Fachleuten und Europapolitikern.
Er ist in Deutsch [3] und Englisch [4] auf http://cq-cq.eu/root.htm#50561 als PDF verfügbar.
Im September 2013 wurde von Betreibern einer Amateurfunkstelle in einem offenen Brief [5]
die Gefährdung der Funkdienste durch dieses Normungsvorhaben der CENELEC thematisiert.
In einer Email [6] vom 31. Oktober 2013 hat Wolfgang Martin (BMWi Ref. VIA5: Frequenzpolitik,
elektromagnetische Verträglichkeit) darauf geantwortet und eine absolut inakzeptable Positionierung
des BMWi zur Schau gestellt, die ich nachfolgend kommentieren möchte:
“Auf diese Weise steht im Zusammenwirken aller beteiligten Kreise – und
unter Beteiligung der nationalen und internationalen Interessenvertretungen
der Funkamateure sowie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) – erstmals
eine von CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) und
von den Herstellern anerkannte EMV-Produktnorm für PLC-Produkte zur Verfügung.“
(W. Martin, BMWi)
Diejenigen Gremien, welche EN 50561-1 entworfen und darüber abgestimmt haben, waren wie
schon so oft von der PLC-Lobby dominiert. So wundert es nicht, dass diese neue Norm mit bis
zu 43 dB höheren Grenzwerten “von den Herstellern anerkannt“ wird. Es ist jedoch gerade
nicht der Sinn und Zweck einer EMV-Produktnorm, die von einem internationalen Verein unter
belgischem Recht in dem hauptsächlich Emissäre der Industrie sitzen – und nichts anderes ist
die CENELEC – formulierten Wünsche zu erfüllen, sondern vielmehr die Vorgaben der EMVDirektive
durchzusetzen. Und dazu gehört der Schutz der Funkdienste vor elektromagnetischen
Störungen und die Sicherstellung des bestimmungsgemäßen Betriebs von Funkgeräten.
“In diese EMV-Produktnorm sind moderne adaptive Funkentstörungstechniken
eingeflossen, die z. B. auch beim Einsatz von Powerline-Inhouse-Communication-
Modulen gute Wirkung zeigen, etwa das nun normativ vorgeschriebene
dynamische Power-Management für alle PLC-Einrichtungen.“ (W. Martin, BMWi)
Für das “dynamische Power-Management“ werden indirekt die Verluste im Stromnetz gemessen
und je verlustbehafteter das Netz ist, umso höher wird die eingespeiste Leistung geregelt.
Da aber diese Verluste zum großen Teil durch elektromagnetische Abstrahlung verursacht werden,
ist die eingespeiste Leistung umso höher, je mehr vom Netz abgestrahlt und somit die
Funkdienste potentiell gestört werden. Eine Leistungsregelung würde Störungen bei Funkdiensten
nur dann reduzieren, wenn sie genau anders herum funktionieren, also die Leistung
mit steigenden Verlusten verringern würde. So aber nützt sie einzig und allein PLC, denn je
stärker die Abstrahlung von störenden PLC-Signalen durch das Stromnetz, umso stärker ist
auch der Empfang von Nutzsignalen der Funkdienste, welche von der PLC-Lobby gerne als
“Störung“ bezeichnet werden.
Diese Methode der Leistungsregelung reduziert also in Wirklichkeit die Beeinflussung der PLCSignale
durch empfangene Funksignale, indem sie mit zunehmender Empfänglichkeit des
Stromnetzes die Leistung der PLC-Signale erhöht. Aus Sicht der Funkdienste allerdings potenziert
sie die Störungen sogar noch und ist damit kontraproduktiv. Sie als “moderne adaptive
Funkentstörungstechnik“ verkaufen zu wollen, ist deshalb offen gesagt eine unverschämte
Verhöhnung der Funkdienste, zu deren Schutz die Bundesnetzagentur verpflichtet ist.
“Diese Norm kommt den Bedürfnissen der Beteiligten gleichermaßen entgegen
und stellt damit aus Sicht des BMWi einen guten Kompromiss dar. Unter anderem
kann sie später auch für Zwecke der Marktüberwachung belastbar zum
Einsatz gebracht werden.“ (W. Martin, BMWi)
Das BMWi bezeichnet also eine Norm als “guten Kompromiss“, deren Störgrenzwerte für PLCGeräte
um das 20.000-fache über den geltenden Werten und noch um das 316-fache über den
Werten liegen, welche die Vizepräsidentin der BNetzA für äußerst bedenklich hält – Hat sich
etwa inzwischen die Physik elektromagnetischer Felder geändert ? Und kann inzwischen etwa
ausgeschlossen werden, dass andere Industriebranchen aus Gründen der Technologieneutralität
entsprechende Grenzwerterleichterungen fordern werden ? Beide Fragen lassen sich mit
einem sicheren NEIN beantworten !
Tatsächlich kommt diese neue Norm EN 50561-1 nur PLC, nicht jedoch den Funkdiensten entgegen.
Und es gibt sie nicht etwa deshalb, weil sie notwendig gewesen wäre, denn auch PLCGeräte
fallen zweifelsfrei unter die geltende Norm EN 55022. Zu behaupten, sie wäre auf PLCGeräte
nicht anwendbar, ist eine dreiste Lüge, die auch nicht durch beharrliche Wiederholung
wahrer wird. Es ist ein offenes Geheimnis, dass kaum ein PLC-Modem auf dem Markt die EN
55022 einhält. Diese geltende Norm könnte sehr wohl “belastbar zum Einsatz gebracht werden“,
indem die bekanntermaßen elektromagnetisch unverträglichen PLC-Geräte vom Markt
genommen würden. Man müsste es nur wollen, doch BMWi und BNetzA wollen es offenbar
nicht. Es ist aber eben nicht die Aufgabe der Politik, eine untaugliche Technologie zu fördern,
sondern Betroffene – auch wenn es sich ‘nur‘ um die Minderheit der Teilnehmer am Rundfunkund
Amateurfunkdienst auf Kurzwelle handelt – vor ihr zu schützen.
– 4 –
“Damit sie allerdings europaweit respektiert wird, bedarf es noch der
Listung als harmonisierte Norm im Amtsblatt der Europäischen Union. Im
Rahmen kommender Sitzungen der relevanten Kommissionsarbeitsgruppe wird
die Bundesnetzagentur gegenüber der EU-Kommission auf eine rasche Umsetzung
hinwirken.“ (W. Martin, BMWi)
Die Norm EN 50561-1 gefährdet die Funkdienste und erfüllt nicht die Anforderungen der EMVDirektive.
Die in ihr enthaltene Behauptung, sie sei unter einem Mandat der Europäischen
Kommission angefertigt worden, ist falsch – Tatsächlich gibt es kein gültiges Mandat für diese
Gerätenorm. Es gibt auch keine Notwendigkeit für eine nur PLC-Geräte betreffende modifizierte
Version der Norm EN 55022. Darüber hinaus würde eine solche modifizierte Version die
vom Mandat M/313 – das ausdrücklich nur Netzwerke aber nicht daran angeschlossene Geräte
betrifft – vorgeschriebene Technologieneutralität verletzen. Schließlich steht diese neue Norm
EN 50561-1 im Widerspruch zur geltenden Norm EN 55022, damit haben die CENELEC und ihre
nationalen Komitees – in Deutschland die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik … in DIN
und VDE) – ein anerkanntes Grundprinzip der Normungsarbeit und ihre eigene Geschäftsordnung
verletzt. Eine Listung der Norm EN 50561-1 im Amtsblatt der EU ist deshalb unzulässig.
In Deutschland existiert eine kleine Gruppe sehr engagierter und gut informierter Teilnehmer
am Amateurfunkdienst, die alles daran setzen werden, die Listung der EN 50561-1 im Amtsblatt
der EU zu verhindern oder rückgängig zu machen, und die – falls nötig – auch Rechtsmittel auf
europäischer Ebene einlegen werden und in jeder Hinsicht gut darauf vorbereitet sind.
“Nach Aussage der Bundesnetzagentur lässt sich übrigens im Zusammenhang
mit dem zunehmenden Einsatz moderner elektronischer Produkte wie PLC,
Schaltnetzteilen, Vorschaltgeräten von Leuchtmitteln usw. kein signifikant
steigender Aufwand für die Funkentstörung durch den Prüf- und Messdienst
der Bundesnetzagentur feststellen.“ (W. Martin, BMWi)
Mitarbeiter des Prüf- und Messdienstes (PMD) sprechen hinter vorgehaltener Hand schon
längst von einem Kampf gegen Windmühlen. Wenn laut BNetzA “kein signifikant steigender
Aufwand für die Funkentstörung“ festzustellen ist, so liegt das auch an ihrer gängigen Praxis,
bei Störungen des Rundfunk- und Amateurfunkdienstes notorisch zu behaupten, dass dagegen
nichts getan werden könne solange von der Störquelle die einschlägigen Normen eingehalten
würden. Diese Behauptung ist jedoch definitiv falsch. Denn erstens haben Normen für
sich genommen keinerlei Gesetzeskraft oder rechtliche Verbindlichkeit, sondern sind lediglich
Empfehlungen, deren Beachtung und Anwendung jedermann freisteht. Und zweitens ist insbesondere
EMVG § 5 zu beachten, wonach die Übereinstimmung eines Betriebsmittels mit
harmonisierten Normen lediglich Vermutungswirkung für die Einhaltung der grundlegenden
Anforderungen hat. Diese “Vermutung der Konformität“ ist also lediglich Indiz, nicht aber
Beweis dafür, dass die grundlegenden Anforderungen auch tatsächlich eingehalten werden.
Und so ist ein Betriebsmittel, das zwar die Normen erfüllt aber dennoch funktechnische Störungen
erzeugt nicht ausreichend elektromagnetisch verträglich und erfüllt somit die grundlegenden
Anforderungen des EMVG nicht. In den Erwägungsgründen der EMV-Richtlinie 89/
336/EWG heißt es dazu:
“Um den Nachweis der Übereinstimmung mit diesen Zielen zu erleichtern,
ist es wichtig, daß harmonisierte Normen auf europäischer Ebene betreffend
die elektromagnetische Verträglichkeit vorhanden sind, deren Beachtung
den Erzeugnissen eine Vermutung der Übereinstimmung mit den Schutzzielen
sichert. Diese Normen auf europäischer Ebene werden von privaten
Stellen ausgearbeitet und müssen ihren Status als unverbindliche Texte
behalten […] Die das Gerät betreffende EG-Konformitätserklärung stellt
eine Vermutung seiner Übereinstimmung mit der vorliegenden Richtlinie dar
[…] Es könnte aber dennoch vorkommen, daß Geräte den Funkverkehr und
die Telekommunikationsnetze stören. Es empfiehlt sich daher, ein Verfahren
für Abhilfemaßnahmen einzurichten.“
– 5 –
Das BMWi ist in erster Linie an Liberalisierung und damit wachsenden Märkten interessiert,
nicht am Schutz der Funkdienste – Und die BNetzA ist bekanntlich eine dem BMWi unterstellte
Bundesbehörde. Offensichtlich sieht die BNetzA im Bereich Funkkommunikation ihre Hauptaufgabe
in der Befriedigung von Märkten mit der Ressource Frequenz. Sie verhindert nicht
präventiv Störungen des Rundfunk- und Amateurfunkdienstes durch elektrische Geräte, sondern
wird erst nach Störungsmeldungen mehr oder weniger aktiv, um sie dann möglichst
industriefreundlich abzuhandeln. Dabei ignoriert sie kumulative Effekte und die Tatsache, dass
ab einem gewissen Verbreitungsgrad störender Geräte eine Störungsbeseitigung praktisch
unmöglich wird.
Bei derart neoliberalem Handeln muss die Frage erlaubt sein, ob die BNetzA ihre rechtlichen
Verpflichtungen zum Schutz der Funkdienste aus dem Blick verloren hat und ob sie ihnen angesichts
des offensichtlichen Interessenkonflikts überhaupt nachkommen will und kann.
Diese Frage hat sich nicht gestellt, als es noch ein Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen
gab, das seine Aufgaben in diesem Sektor vorbildlich erfüllt hat. Laut Organisationserlass
der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vom 17. Dezember 2013 werden dem Bundesministerium
für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI aus dem Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie BMWi die Zuständigkeiten für TK-Wirtschaft, Breitbandstrategie und
Telekommunikationsrecht einschließlich der diesbezüglichen Fachaufsicht über die Bundesnetzagentur
BNetzA übertragen. Es ist zu hoffen, dass sich der Schutz der Funkdienste durch
diese Neuordnung verbessert.
Durch bloße Beteiligung an Normungsgremien sowie Marktbeobachtung wird diese Verpflichtung
keineswegs erfüllt. So wurden in Deutschland laut Jahresbericht 2003 der damaligen
RegTP 65.000 Gerätetypen bestehend aus insgesamt 250 Millionen Geräten mit elektrischen
oder elektronischen Bauteilen in Umlauf gebracht, 17.382 Marktaufsichtsaktivitäten der RegTP
erfasst und dabei 13.108 Geräte überprüft, wobei in etwa 30% der Fälle die elektromagnetische
Verträglichkeit beanstandet wurde. Es wurden also schon im Jahr 2003 in Deutschland
schätzungsweise 30% von 250 Millionen also 75 Millionen (!) Geräte und Bauteile neu in Umlauf
gebracht, die elektromagnetisch nicht verträglich waren. In seiner Eröffnungsrede zur 29.
Messe “Ham Radio“ in Friedrichshafen am 25. Juni 2004 würdigte der damalige Vorsitzende
des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages Dr. Rainer Wendt ausdrücklich die
Verdienste des Amateurfunkdienstes. Angesichts der von der EU-Kommission forcierten Liberalisierung
der EMV-Vorschriften wies er darauf hin, dass die ständig zunehmende Fülle an
Elektronikgeräten und deren Störpotential auf den Kurzwellenempfang eine verstärkte Marktbeobachtung
nötig macht und in dieser Hinsicht ein „erhebliches Vollzugsdefizit“ besteht. Im
Tätigkeitsbericht 2010/2011 Telekommunikation der BNetzA wurde zur Marktüberwachung
festgestellt: “Die weiterhin hohe Auffälligkeitsquote der untersuchten Produkte unterstreicht
die Wichtigkeit der Aufgabe auch zum Nutzen des Verbrauchers.“
Breitband-PLC ist physikalisch untauglich und funktechnisch gefährlich, denn es gefährdet das
gesamte Kurzwellen-Spektrum von 3 bis 30 MHz, das für den interkontinentalen Funkverkehr
über die Ionosphäre besonders wertvoll ist. Offensichtlich sind Sachverstand und technische
Vernunft durch Lobbypolitik verdrängt worden, denn diese Technologie ist technisch genau so
unvernünftig, als würden in Häusern bestehende alte Wasserleitungen in ungewissem Zustand
und mit undefinierter Topologie als Gasleitungen genutzt – Trotzdem wird Breitband-PLC vom
BMWi und ihrer Behörde BNetzA protegiert. Weshalb ?
Über die Gründe dafür lässt sich spekulieren. Nach Vorgabe der EU sollen künftig sogenannte
intelligente Energienetze (“Smart Grids“) geschaffen und Verbraucher sowie Einspeiser von
elektrischer Energie verpflichtet werden, ab bestimmten Schwellenwerten intelligente Messsysteme
(“Smart Meter“) einzubauen. Die technischen Anforderungen an diese Systeme sind
in der vom BMWi entworfenen Messsystemverordnung (MsysV) festgelegt, welche im Oktober
2013 von der Europäischen Kommission notifiziert wurde und als Teil eines ganzen Verordnungspakets
in Deutschland 2014 in Kraft treten soll. Die PLC-Lobby versucht nun offenbar
– 6 –
dem BMWi einzureden, ohne Breitband-PLC wäre kein “Smart Grid“ möglich. Auch für diese
Anwendung bieten sich aber weitaus “smartere“ Netzwerktechnologien ohne jegliches Störpotential
an und außerdem würde dafür eine Schmalband-Lösung ausreichen. PLC ohne hohes
Störpotential ist durchaus machbar, aber eben nicht breitbandig sondern nur schmalbandig im
Frequenzbereich unter 150 kHz mit entsprechend niedrigen Datenraten.
Der PLC-Branche geht es aber nicht nur um Profite aus dem “Smart Grid“, sondern auch um
angesagte Entertainment-Angebote wie z.B. IPTV (“Internet Protocol Television“, Fernsehen
über das Internet) – Und die sind wegen ihrer extrem hohen Datenraten über das dafür ungeeignete
Stromnetz nur mit sehr hohen Signalpegeln und entsprechend hoher Störstrahlung
machbar. Deshalb will sie unbedingt die neue EN 50561-1 und instrumentalisiert nun offenbar
das BMWi, Druck auf die Europäische Kommission für ihre Listung als harmonsierte Norm
auszuüben.
Es scheint notwendig, die Politik nachdrücklich an folgenden Satz aus der Begündung zur EMVRichtlinie
zu erinnern …
“Die Mitgliedstaaten haben zu gewährleisten, dass Funkdienstnetze, ein
schließlich Rundfunkempfang und Amateurfunkdienst, die gemäß der Vollzugsordnung
für den Funkdienst der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) tätig
werden […] gegen elektromagnetische Störungen geschützt werden.“
… sowie insbesondere an folgenden Absatz aus der Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO
Funk, “Radio Regulations“), welche zu den Grundsatzdokumenten der ITU gehört:
“Die Verwaltungen müssen alle nur möglichen Maßnahmen treffen, die erforderlich
sind, damit der Betrieb elektrischer Geräte und Anlagen jeder Art,
einschließlich Starkstrom- und Fernmeldenetze […], keine schädlichen
Störungen bei einem Funkdienst verursacht, der in Übereinstimmung mit
dieser Vollzugsordnung wahrgenommen wird.“
Als Mitgliedstaat der ITU hat sich die Bundesrepublik Deutschland durch Zustimmungsgesetz
für die Bindung an die Grundsatzdokumente entschieden und akzeptiert damit ausdrücklich
ihre innerstaatliche Umsetzung. Die VO Funk hat – obwohl diese Tatsache von der Politik gerne
bestritten wird – innerhalb der deutschen Rechtsordnung den Rang eines Bundesgesetzes. Sie
hat damit Vorrang vor Rechtsverordnungen, Satzungen und allen Landesnormen und bindet
sowohl Gesetzgeber als auch Verwaltung und Gerichte. Mit ihrer Lobbypolitik für Breitband-
PLC und für die Durchsetzung der neuen Norm EN 50561-1 verhält sich das BMWi weder technologieneutral
noch rechtskonform. Es opfert den Schutz der Funkdienste, zu dem sich auch
die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied der ITU verpflichtet hat, ausschließlich wirtschaftlichen
Interessen. Und es diskriminiert damit die Minderheit derer, die nicht über das kontrollierbare
und zensierbare Internet sondern über die Kurzwelle Informationen beschaffen und
kommunizieren, nämlich die Teilnehmer am Rundfunk- und Amateurfunkdienst.
Dieser offene Brief wurde einer großen Anzahl von Adressaten zugestellt und im Internet
publiziert [7], er darf und soll ohne jegliche Einschränkung weiterverbreitet werden. Kontaktdaten
des Autors: Karl Fischer, Amateurfunkstelle DJ5IL, Friedenstr. 42, 75173 Pforzheim
Email: DJ5IL@cq-cq.eu – Website: http://cq-cq.eu – Telefon: 07231-22102
[1] http://cq-cq.eu/Henseler_Unger.pdf
[2] http://cq-cq.eu/Kohling.pdf
[3] Teil 1: http://cq-cq.eu/DJ5IL_rt004d.pdf Teil 2: http://cq-cq.eu/DJ5IL_rt005d.pdf
[4] Part 1: http://cq-cq.eu/DJ5IL_rt004e.pdf Part 2: http://cq-cq.eu/DJ5IL_rt005e.pdf
[5] http://cq-cq.eu/Roehlig.pdf
[6] http://cq-cq.eu/Martin.pdf
[7] http://cq-cq.eu/DJ5IL_Offener_Brief.pdf
– 7

Veröffentlicht unter CTCSS | 1 Kommentar