CTCSS bei Relaisfunkstellen OV Info 3-2012

Aktuelle Diskussion um CTCSS-Empfehlung

Vor einem Jahr hat der DARC e. V. auf der IARU-Tagung in Sun City einen Antrag über die Verwendung

von CTCSS gestellt. Der IARU-Beschluss wurde in das IARU Region 1 VHF-Handbuch,

Version 6, im Kapitel 8.8.4 IARU Region 1 Technical Recommendation FM.2 unter technische

Standards für Relais auf 2 m und 70 cm eingetragen. Das Handbuch ist verfügbar unter:

www.iaru-r1.org im Bereich Working Groups VHF/UHF/SHF.

OV-Info

Aufgrund dieses Beschlusses wird aktuell über die Verwendung von CTCSS diskutiert. Der Vorstand

des DARC e. V. weist darauf hin, dass es sich lediglich um eine Empfehlung handelt. Von

einer zwangsweisen Einführung kann deshalb nicht gesprochen werden. Rechtsverbindlich wäre

die Einführung von CTCSS nur, wenn die Bundesnetzagentur dieses im Amtsblatt veröffentlicht

oder eine Änderung in der Durchführungsverordnung zum AFuG entsprechend vornehmen würde.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Stelle der BNetzA ist beides nicht geplant.

Gespräche zur Lösung der CTCSS-Problematik

Am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag des Amateurfunkzentrums in Baunatal hat am

22. September ein Gespräch zwischen Mitgliedern aus dem VUS-Referat aus Bund und Distrikten,

dem zuständigen Vorstandsmitglied Christian Entsfellner, DL3MBG, und Vertretern der

Funkamateure, die der Einführung von CTCSS bei FM-Relaisfunkstellen kritisch gegenüberstehen,

stattgefunden.

Nach einer gründlichen Analyse der Vorgeschichte und der damit verknüpften Probleme, wie die

Einführung von CTCSS, der Mindestabstand von Relais und die klare Trennung von Bandsegmenten,

wurde schließlich im Konsens folgende Vorgehensweise vereinbart:

1. Der DARC erarbeitet einen Antrag an das Komitee C5 der IARU-R1 (zur Vorlage auf der Interims-

Tagung in Wien) mit dem Ziel, die Sektion des 8.8.4 Ziffer 10 des VHF-Managers

Handbooks v6.0 so zu überarbeiten, dass zwar die Möglichkeit der Nutzung von CTCSS eröffnet

und vorgeschlagen, aber nicht zwingend gefordert wird. Insbesondere sollen bei der Überarbeitung

auch Interpretationsschwächen des jetzigen Textes präzisiert werden.

2. Die frequenzmäßige Trennung von Digital-Voice und analogen Betriebsarten auf Relaisfrequenzen

im 70-cm-Band kann durch eine Anpassung des auf den Seiten des VUS-Referats veröffentlichten

Bandplans erreicht werden. Die IARU sieht bereits im VHF-Manager-Handbuch v6.0

den Bereich von 438,200…438,450 MHz für die Anwendung „digital communication repeater“

vor. Der DARC wird diese Anpassung umgehend vornehmen und in der nächsten RTA-Sitzung

einen Antrag einbringen, der die Bundesnetzagentur bittet, diesen Bereich bevorzugt zu verwenden.

3. Die Gruppe um DF1QH, DH1OR und DL1ESK erarbeitet eine Eingabe an den RTA zur Aufnahme

in die \“Wunschliste\“ für die Überarbeitung der Amateurfunkgesetzgebung, mit dem Ziel,

die AFuV so anzupassen, dass der BNetzA ein Handlungsspielraum bei der Vergabe von Relaisfrequenzen

eingeräumt wird, um einem Wildwuchs von Relais entgegen zu wirken. Dabei sollen

harte Kriterien formuliert werden, anhand derer eine ergebnisoffene Orientierung der Koordinierungsbeamten

hinsichtlich der Auswirkungen für die gesamte Amateurfunkgemeinschaft möglich

ist.

(Die Bundesnetzagentur soll dadurch in die Lage versetzt werden, bei einer Unterschreitung des

Mindestabstands zu existierenden Relais die Vergabe von weiteren Relaisfrequenzen ablehnen

zu können.

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