Ein Brief von OM DC7GB, Dr. Thomas Schiller; Berlin

19.09.2012
Uns erreichte Heute ein Brief von DC7GB über den Weg von Matthias DL2ROA und Berni DL6XB, den wir wunschgemäß gerne veröffentlichen wollen.
Die von ihm am Ende genannten Anhänge sind hier bereits veröffentlicht.

Hallo OMs,

wie mir erst jetzt klar geworden ist, soll der Zwangs-CTCSS-Betrieb auf analogen FM-Relais den Parallelbetrieb analoger und digitaler Sprach-Relais auf der gleichen QRG ermöglichen. Warum man das nicht auf getrennten Kanälen abwickeln kann, ist mir unverständlich. Das 70cm-Band ist so breit und von uns so ungenutzt, da passen noch eine Menge Schmalband-Relais hin, wenn man nur wollte.

Ich kann es noch niemanden so direkt unterstellen, aber man bekommt mit allen anderen Schritten (Schmalband-FM, engeres Kanalraster) so langsam den Eindruck, dass die i.d.R. sehr gut funktionierenden analogen FM-Relais bewusst schlechter gemacht werden sollen, um den Abstand zu den momentan noch üblichen digitalen Relais zu verringern. Es ist anzunehmen, dass dieser Versuch scheitern wird, denn jeder Amateur möchte mit wenig Aufwand möglichst weit funken können. Und wenn das nachweislich durch die genannten Massnahmen nicht mehr geht, dann wird das auch den jetzt noch unbeteiligten OMs klar werden.

Ich sehe leider keine richtig gut geführte Diskussion dazu im DARC und habe den Eindruck, hier wird einfach fachlich völlig unbegründet etwas durchgesetzt, was in jeder Hinsicht Unsinn ist. Man erzeugt damit nicht mehr, sondern weniger Aktivität, bei weiterhin sinkenden Mitgliederzahlen. Den Befürwortern des Parallelbetriebs auf gleichen Frequenzen scheint das nicht klar zu sein. Sie müssen sich daher
unterstellen lassen, dass sie vielleicht etwas ganz anderes wollen. Das könnte die Umstellung aller analogen Relais auf Digitalbetrieb sein. Auf der HAM-Radio gab es eine Eröffnungsrede von DL1YBL (VUS-Referent des DARC) dazu, die man durchaus so interpretieren kann, denn er betrachtet analoge FM-Relais als Insellösung und meint, dass die Zukunft digital sei. Hier ein Link dazu (ab 05:00):

www.youtube.com/watch

Das ist sehr perfide formuliert, denn an sich ist das nicht ganz falsch. Jedoch ist das kein Argument die gut funktionierende analoge FM-Technik schlecht zu reden oder schlecht umzukonfiguieren.
Um Bandbelegung zu erzeugen, darf mal also nicht einen Kanal zugleich für zwei verschiedene Anwendungen nutzen sondern man müsste entweder mehr breitbandige Dienste (z.B. ein digitales Multiuserrelais) oder die gleiche Sprach-NF auf mehreren getrennten Frequenzen (Crossband) übertragen. Bei DB0SP machen wir letztere Möglichkeit über eine Relaiskopplung via Draht, weil 2m- und 70cm-Relais am gleichen Standort stehen. Warum fördert der DARC so etwas nicht?

Im Anhang findet ihr ein paar mir zugegangene Infos und einen offenen Brief an den DARC. Es tut sich was und ich habe nicht den Eindruck, dass sich ein Zwangs-CTCSS auf analogen Relais durchsetzen wird. Allerdings sollte man auch nicht hoffen, dass sich schon alles von selbst regeln wird!

73 de Tom – DC7GB

PS: Diese Email kann gerne öffentlich weiter geleitet werden.

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Ein Kommentar zu Ein Brief von OM DC7GB, Dr. Thomas Schiller; Berlin

  1. Manfred Härting sagt:

    Hallo zusammen, ich sehe das genauso wie Tom . Der besondere Reiz bei unserem Hobby Amateurfunk ist , dass wir mit einfachen Mitteln Kontakte zu anderen Ländern und Regionen aufbauen können. Das ist gerade für Neueinsteiger wichtig , die mit einem kleinen Gerät erste Erfahrungen sammeln möchten und z.B. auf einem Berg fahren um über weit entfernte Relaisstationen neue Kontakte aufzubauen zu können . Aufgrund der Neu-/Doppelbelegung der Relaisfrequenen ist aber die Freude für Neueinsteiger nur von kurzer Dauer.
    Durch den Digitalfunk werden Relaisstationen , die sich auf exponierten Standorten befinden, wie z.B. Feldberg (Taunus) , 438.575 MHz , oder Wurmberg (Harz) ,438.550 MHz , stark gestört. Somit sind weite Verbindungen in Richtung Süd oder Ost nicht mehr möglich. Auch besondere Ausbreitungsbedingungen die häufig bei einer Inversionswetterlage zustande kommen, können nicht mehr genutzt werden. Der Amateurfunk verliert dadurch seinen Reiz. Das was bleibt ist ein Dienst der einem Gespräch mit einem Mobilfunktelefon entspricht. Ständig sinkende Mitgliederzahlen sind die Folge.

    73 de Manfred DD8DW

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